Posts mit dem Label freiheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label freiheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

8.2.22

Begrenzen die anderen meine Freiheit oder ermöglichen sie sie?

Man hört oft: Die Freiheit eines Menschen wird begrenzt durch die Freiheit seiner Mitmenschen. Das ist nicht falsch aber auch nicht ganz richtig.

So wie die Freiheit meiner Mitmenschen meine Freiheit begrenzt, so wird auch die Freiheit meiner Mitmenschen durch meine Freiheit begrenzt. Jeder muss sich selbst beschränken mit Rücksicht auf die anderen. Wo die Grenze ist, wenn zwei Freiheiten aufeinanderprallen, ergibt sich nicht von selbst. Es muss ausgehandelt oder sogar ausgefochten werden - und von Zeit zu Zeit korrigiert.

Und: Meine Mitmenschen begrenzen nicht nur meine Freiheit, sondern ermöglichen sie auch erst einmal. Auf mich alleine gestellt, hätte ich als Baby nicht überlebt, könnte ich nicht lesen und schreiben, mit dem Tram fahren und mit dem Handy telefonieren. Menschen kooperieren miteinander, um den Freiraum ihres Lebens, die Möglichkeiten, die sie haben, zu vergrössern.

Kooperation ist nur möglich, wenn sich alle einschränken und aufeinander Rücksicht nehmen. So sollte es jedenfalls sein. Leider verschaffen sich Menschen auch dadurch Freiheit, dass sie andere Menschen ausbeuten und unterdrücken.

21.8.19

Freiheit und ihre Grenzen

Die Grenze meiner Freiheit ist die Freiheit meines Nächsten.

Die Grenze der Freiheit meines Nächsten ist meine Freiheit.

Wo liegt diese Grenze?

13.7.14

freiheit

ich fühle mich frei
also bin ich frei

vielleicht hast du aber auch einfach nur keine ahnung
wie freiheit sich anfühlt

8.12.13

vogelfrei

frei wie der vogel
auf dem weg in die falle

frei wie der fisch
auf dem weg ins netz

frei wie das reh
im visier des jägers

frei geht der mensch
seinem schicksal entgegen


File:Lederer, Hugo 1905 Das Schicksal 2.JPG

Hugo Lederer, Das Schicksal, 1905

2.9.12

Religiöse Erziehung und Religionsfreiheit


In einem Beitrag zum Feuilleton-Teil der Neuen Züricher Zeitung vom 30.8.2012 mit dem Titel „Kindeswohl und Elternpflicht“* plädiert Ludger Lütkehaus „für das Prinzip Aufschub“ in der religiösen Erziehung: „die Ausübung der elterlichen Erziehungsrechte [darf] der späteren freien Entscheidung in Fragen der Religionszugehörigkeit nicht irreversibel vorgreifen“. Eltern sind dazu verpflichtet, „ihre unmündigen Kinder so früh wie möglich zur Mündigkeit zu befähigen und die mündig gewordenen unverzüglich in ihre Freiheit als «Weltbürger» zu entlassen“.

Vor diesem Hintergrund polemisiert Lütkehaus gegen die von Peter Sloterdijk so genannten «Weitergabe-Institutionen», «Taufnationen» und «Religionsnationen» als «geschlossene Entbindungsanstalten», die „für eine unnötig vorauseilende Bekenntnisdetermination der unmündigen Kinder [sorgen]. In einer zirkulären konfessionellen Praxis schaffen sie selber jene homogenen religiösen Milieus, die sie als Rechtfertigungsgrund der von ihnen ausgeübten Konformierung bemühen.“

20.2.12

Hilf dir selbst, weil Gott dir hilft!

Schaffet, dass ihr selig werdet,
mit Furcht und Zittern!

Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, 
das Wollen und das Vollbringen, 
nach seinem Wohlgefallen.

So hat Paulus an die christliche Gemeinde in Philippi geschrieben (Philipper 2,12f. in der Übersetzung der Lutherbibel von 1984). Die Sätze erscheinen paradox, denn sie fordern die Philipper dazu auf, etwas zu tun, von dem sie zugleich feststellen, dass Gott es bewirkt.